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Der Tunnel des Eupalinos ( Evpalinos ) befindet sich am Fuße des Berges Spiliani etwa 700 Meter von der Stadt Pythagorio entfernt. Er entstand um 550
v. Chr. und ist einer der größten technischen Meisterleistungen dieser Zeit und war auch der erste größerer Tunnel von ganz Griechenland. Die einzig verwendeten Werkzeuge für den Bau: Hammer,
Meisel, Schaufel und der Ideenreichtum des Ingenieurs Eupalinos aus Megara ( Nähe von Athen ). Er hatte von Polykrates selbst den Auftrag erhalten eine zu allen Zeiten benutzbare und sichere
Wasserversorgung der Stadt zu bauen. Denn außerhalb des Kastelli Hügels in Pythagorio gab es in der damals stark angewachsenen Stadt keine einzige nutzbare Quelle. Auf der Suche nach einer verwertbaren
Wasserzufuhr stieß man jenseits des Hügels auf die Quelle von Aglades. Die sichere Nutzung war aber nur möglich wenn diese direkt über 1000 Meter durch den Berg geleitet wurde. Das fast Unmöglich
gelang und über 1000 Jahre versorgte diese Wasserleitung danach fehlerfrei die Stadt. Im Mittelalter geriet der Tunnel dann in Vergessenheit und wurde erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. 1971 - 1974
von Mitarbeitern des Deutschen Archäologischen Institutes untersucht ist uns heute auch dessen Baugeschichte bekannt ist.
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Mit dem schwierigsten Bauabschnitt, der Tunnelgrabung begann man damals zuerst. Dabei wurde auf beiden Seiten des Berges gleichzeitig mit den Bauarbeiten
angefangen um dann, wie auch noch heute bei allen großen Tunneln, in der Mitte zusammenzutreffen. Dabei war natürlich enorm wichtig an welcher Stelle auf jeder Seite des Berges die Grabungen beginnen
mußten. Um die gleiche Höhe festzustellen wurden horizontale und vertikale Nivellierungslinien mit Stöcken markiert über den ganzen Berg gezogen. Die Höhe dieser Linien konnte mit einem einfachen Gerät,
dem sog. Chorobat ( Tisch mit Wasserrinne sowie Kimme und Korn ) festgelegt werden, Schnittpunkte lagen somit in gleicher Höhe. Im Berg selbst orientierte man sich mit einem Lichtstrahl des
einfallenden Tageslichtes. An einigen Punkten war das Gestein jedoch zu brüchig und mußte umgangen werden. Die ursprüngliche Richtung fand man wieder mit Hilfe der Geometrie ( gleichschenkliche Dreiecke,
die Lösung dieser Aufgabe hatte vorher Pythagoras gefunden ) Die ganze Arbeit war sehr erfolgreich und mit einer geringen Abweichung ( 3 Meter in der Höhe und 5 Meter seitlich ) trafen beide Tunnelröhren aufeinander.
Damit das Wasser im waagerechten Tunnel die andere Seite des Berges ohne Probleme erreichen konnte wurde nun seitlich eine zusätzliche Rinne gegraben. Am Tunneleingang nur knapp unterhalb der
Tunnelsohle gelegen ist diese Rinne am Ausgang 9 Meter tief. Nachdem tausende von Tonröhren verlegt worden waren und Quelle mit Tunnel sowie Tunnelausgang mit der Stadt verbunden war konnte das
Wasser fließen und Pythagorion versorgen.
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